Virale Videos und die “journalistische” Kommunikation im Web 2.0 haben in den neuen Medien eine neue Rezeptionsebene nach oben gespült: Die Frage “Real” vs “Fake” wird von jedem halbwegs mit dem Web vertrauten Nutzer sofort gestellt, und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten ein Urteil gefällt.
In den traditonellen (auch elektronischen) Medien wie z.B. Fernsehen und Video wurde dies durch die “Formate” erledigt, die Sendung enthielt codiert eine Aussage über den eigenen Wahrheitsanspruch. Wurde dieser Code durchbrochen oder “mißbraucht”, sorgte dies für Schocks und Skandale. Der erste dieser Schocks war vielleicht Orson Welles Hörspiel “Krieg der Welten”, das allein aufgrund seiner Formalen Sprache, die Verkleidung als Reportage, Panik erzeugte. 63 Jahre später bewies ein anderer medialer Schocker, diesmal in der “Gegenrichtung” das bröckelnde Vertrauen des Rezipienten in diese Codes: Als am 11. September 2001 vor den Augen von Millionen Fernsehzuschauern Livebilder den Einschlag des zweiten Flugzeuges zeigen, glauben viele noch an einen schlechtes B-Movie, nur einige wundern sich vielleicht dass der eine “Schauspieler” auch “in echt” Nachrichtensprecher ist. Damit beginnen wohl die ironischen 200oer Jahre, doch noch besteht ein Restvertrauen. Irgend wodurch wird einem doch schon gezeigt werden was wahr ist, und was “nur so als ob”.
Virale Videos jedoch gehen einen Schritt weiter, und zerstören dieses Restvertrauen total: Real ist, was als real wahrgenommen wird. Und der Fake soll möglichst Real sein, nicht erkann werden. Die Glaubwürdigkeit der konsensuell als “real” angenommenen Videos wird von den Fakes genutzt, und eindeutige Fakes unterminieren die Glaubwürdigkeit des Realen.
Hierzu 3 Videos. Wo Fake beginnt und wo Real aufhört, muss der Betrachter selber herausfinden.
und noch eins zu Kunsstücken mit Autos:


