Heute hab ich mich mal endlich wieder mit meiner Examensidee auseinandergesetzt, und dabei etliche fruchtbare Diskussionen mit meinen lieben Kollegen gehabt (herzlichen Dank dafür!)
Die erste Frage die in dem Rahmen in den Vordergrund rückte, ist die nach einer zentralen Theorie oder einem zentralen Begriff. Dieser ist hier allerdings wohl noch nicht gefunden, doch es gibt schon einige Ansätze
Zur Auswahl stehen dabei einige Konzepte, die nach meinem Wissen zum Teil aus der Soziologie, zum Teil aus der Psychologie stammen. Es geht hierbei um die Frage der Konstruktion von Identitäten, die ja wie schon erwähnt ein wichtiger Bestandteil von Myspace ist. Als da wären: Identitätskonstruktion (wird z.B. von unserem Medienzentrums – Flurnachbarn Rudolf Kammerl verwendet), Selbstkonzept und Soziale Identität (zwei Begriffe aus dem Bereich der Psychologie, damit beschäftigt sich im FBE Rosemarie Mielke) Identity Building (bisher dachte ich es wäre mehr oder weniger vergleichbar mit Identitätskonstruktion, und war der mir geläufigere Begriff, wenn man es googelt kommen jedoch eher Einträge, die sich mit der Konstruktion von Gruppenidentitäten beschäftigen), Identity Management (Thema des Trendtages 2008 des Trendbüro, Norbert Bolz erklärt den Begriff in seinem sehr spannenden Einführungsvortrag und bezieht sich dabei unter anderem auf Irving Goffmans Begriff des Impression Management)
Neben diesen Konzepten sind mir dann noch einige Theorien in den Sinn gekommen, die quasi als „Werkzeug“ für die theoretische und empirische Untersuchung dieser Konzepte, gerade im Rahmen von Social Networks dienen können (ich nutze hier die englische Variante, um das Web 2.0 Phänomen zu bezeichnen): Der Symbolische Interaktionismus, Bourdieus Habitus-Konzept, Werner Sesinks Verständnis der „Neuen Medien“ als „Konstruktivistisches Medium„, und sicher kann man da auch bei Watzlawick und Bateson das eine oder andere aus dem Bereich der Kommunikationstheorie und Psychologie finden.
Etwas erschreckend für mich ist, dass dies alles bisher nur einen kleinen Bereich meines ursprünglich beabsichtigten Examensthemas umfasst, nämlich nur die Seite welche vom Individuum ausgeht. Allein das wäre genügend für eine längere Arbeit, wäre aber in diesem Kontext nur ein Kapitel.
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